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N-Zyklopädie

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Ys: Eine Rollenspielserie kehrt zurück

20.02.2018

Autor: Matthias Küpper

 

Der Beginn der Ys Serie

 

Mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana erscheint eine der ältesten Rollenspiel-Serien nun auch auf der Switch. Vor etwas mehr als 30 Jahren, genauer gesagt am 21 Juni 1987 erschien mit Ys I: Ancient Ys Vanished der erste Teil der Serie. Tatsächlich ist die Serie sogar älter als Final Fantasy, das im selben Jahr, aber eben erst im Dezember erschien. Das Debüt feierte die Serie auf dem PC-8801. Auf diesem erschienen auch die nachfolgenden Spiele.

Auch im weiteren Verlauf der Serie konzentrierten sich die Entwickler von Falcom, anders als ihre Konkurrenz, hauptsächlich auf den Computermarkt. Dennoch erschien ein Jahr später der Titel sogar auf dem NES, allerdings wieder nur in Japan.

 

Damals wurde aber bereits ein wichtiger Grundstein für die Serie gelegt. So schlüpfte man schon im ersten Teil in die Haut des Schwertkämpfers Adol Christin, einem rothaarigen Abenteurer, der von Land zu Land reist. Im ersten Ableger erfährt er von einer Wahrsagerin Sara im Land Esteria von einer großen Gefahr für die Welt. Um das Böse zu verbannen, muss er die sechs Bücher von Ys finden. Das klingt womöglich erst einmal nicht spannend, aber die Geschichte von Final Fantasy I war auch nicht epischer. Um dies zu bewerkstelligen, musste man in zahlreiche Dungeons gehen und diese erkunden. Ähnlich verhielt es sich auch bei anderen Spielen zu dieser Zeit.

 

Ys hat damals aber auch einiges anders gemacht als andere Rollenspiele. So wurde auf ein rundenbasiertes Kampfsystem verzichtet. Stattdessen greift Adol in seinem ersten Abenteuer die Gegner automatisch an, sobald man als Spieler ihnen nah genug kommt. Greift man dabei von vorne an, kassiert man aber auch selber Schaden. Deshalb machen Angriffe von der Seite oder von hinten deutlich mehr Sinn. Doch im Verlauf der Jahre wandelte sich das Kampfsystem der Serie. Mittlerweile kann man die Angriffe selber steuern und sogar Skills und Magie einsetzen. Doch zur damaligen Zeit war dies etwas besonderes. Dadurch war das Spiel deutlich dynamischer und der Spieler war gezwungen sich komplett auf die Bewegung zu konzentrieren.

 

 

Adols Abenteuer gehen weiter

 

Der zweite Teil Ys II: Ancient Ys Vanished – The Final Chapter schließt direkt an den ersten Teil an. Das liegt daran, dass ursprünglich geplant war, daraus lediglich ein Spiel zu machen. So gelangt Adol auf die Insel Ys, auf der er nun die Geheimnisse dieser aufdecken muss. Dabei gilt es wieder zahlreiche Abenteuer, mit Hilfe seiner neuen Fähigkeit sich in Monster verwandeln zu können, zu bestehen. Außerdem wird ein Magiesystem verwendet, welches dem Kampfsystem neue Tiefe verleiht. Auch neu eingeführt, wurde hier die Möglichkeit Adol aufzuleveln.

 

Im Jahr 1989 erschien dann Ys I und YS II gebündelt für das TurboGraphics CD. Die Portierung übernahm dabei Hudson Soft, die das Spiel auch ins Englische übersetzten. Tatsächlich erschienen die beiden Titel sogar für den DS im Jahr 2009. Diese schafften es sogar nach Amerika. Hierbei wurde der Stylus verwendet, um die Schläge auszuführen.

 

Der dritte Teil Ys III: Wanderers from Ys spielt drei Jahre nach dem Vorgänger und erzählt eine komplett eigene Geschichte. So geht es ins Heimatdorf von Dogi, dem besten Freund von Adol. Dort gibt es ein paar Probleme mit Angriffen, weshalb sich der rothaarige Schwertkämpfer dazu entscheidet, in ein neues Abenteuer zu stürzen.

 

Anders als in den beiden ersten Ablegern handelt es sich um eine sidescrollende Kamera. Dazu muss der Spieler nun einen Button drücken, um anzugreifen. 2005 erhielt das Spiel ein Remake Ys: The Oath in Felghana, welches den Plot noch etwas ausbaut und eine deutlich bessere Grafik sowie mehr Sequenzen hat. Der Titel ist auch bei Steam erhältlich, weshalb diese Version zu empfehlen ist.

 

 

Der Schritt in die Moderne

 

Nach der Entwicklung von Ys III verließen die beiden Entwickler Hoshimoto und Miyazaki Nihon Falcom und gründeten Quintet. Später sollten sie das Spiel Terranigma entwickeln, welches auf dem SNES begeisterte.

 

Vom vierten Titel erschienen zwei verschiedene Versionen. So wurde die SNES Version YS IV: Mask of the Sun von Tonkin House lizensiert. Die PC Version wurde erneut von Hudson Soft übernommen und bekam den Namen Ys IV: The Dawn of Ys. Beide Versionen erzählen dabei dieselbe Geschichte, die zwei Jahre nach Ys II spielt und damit vor dem Vorgänger. Adol findet am Anfang eine Botschaft in einer Flasche, die aus dem fernen Land Celceta stammt und um Hilfe bittet. Sofort reist er mit einem Schiff los, um der Sache auf den Grund zu gehen.

 

Hierbei geht es in Sachen Gameplay zurück zu den Wurzeln. So greift Adol wieder bei Berührung mit dem Gegner an und die Ansicht stammt von oben. Auch dieser Teil wurde 2012 für die PS Vita neu aufgelegt. Von Falcom wurde damals der Super Nintendo Teil als offizieller Nachfolger benannt. Die Version für den PC spielte laut ihnen in einem alternativen Universum.

 

Ys V erschien dann lediglich auf dem Super Nintendo. Damals führte eben auch für Falcom kein Weg an der Rollenspielkonsole schlechthin vorbei. Doch der Titel aus dem Jahre 1995 war für viele zu leicht, weshalb bereits ein Jahr später eine Experten-Version erschien.

 

Der Grafikstil blieb hier zwar wie im Vorgänger, dafür wurde das Kampfsystem aus dem dritten Teil eingesetzt. Neu war, dass Adol springen und ein Schild einsetzen konnte. Die Geschichte handelt erneut von einem eigenen Abenteuer. Dieses Mal sucht er nach der verschwundenen Stadt Kefin. 2006 erschien auch hier ein Remake, dieses Mal für die Playstation 2.

 

Danach dauerte es acht Jahre, bis Adol in sein nächstes neues Abenteuer sich stürzte. Ys VI: The Ark of Naphishtim war auch der erste Teil, den ich von der Serie gespielt habe. In diesem wird Adol am Anfang angegriffen und muss fliehen. Sein Schiff gerät in einen großen Sturm, der die Insel Canaan umhüllt.

 

Als Schiffsbrüchiger muss er nun einen Weg von der Insel finden. Gleichzeitig soll er den Bewohnern helfen und unzählige Monster töten. Die Grafik ist dabei eine Mischung aus 2D und 3D Sprites. Das Kampfsystem ist dabei ähnlich zudem aus Ys V. Auch hier kann Adol springen, Magie einsetzen. Dazu können die Attacken bewusst einsetzen.

 

 

Die letzten Titel

 

2006 erschien Ys Origin, der einzige Ableger des Spiels, in dem man nicht Adol steuert. Das liegt daran, dass dieser Titel 700 Jahre vor dem ersten Teil angesiedelt ist und den Untergang von Ys thematisiert. Spielbar sind die drei Charaktere Yunica Tovah, Hugo Fact und „The Claw“, die alle über einen anderen Spielstil und Waffen verfügen. Jeder Charakter hat dabei einen eigenen Storypfad, sodass der Spieler nach und nach mehr von der Geschichte erfährt.

 

In diesem Teil wird ein Boost-Meter eingeführt, welches sich nach und nach füllt. Ist dieses voll, erhalten die Charaktere einen Buff. Seit 2017 ist der Titel auch für PlayStation 4 und Vita erhältlich.

 

Im Jahr 2007 erschien mit Ys Online: The Call of Solum sogar ein MMORPG, welches aber mittlerweile nicht mehr online ist. Dieser Titel spielt mehrere Jahrhunderte nach den Abenteuern von Adol und hat damit mit der eigentlichen Story nur wenig zu tun.

 

Mit Ys Seven erschien der Vorgänger vom achten Teil für die PSP im Jahr 2009 in Japan und 2010 in Europa und Amerika. Dieses Mal wurden einige Änderungen am Kampfsystem eingeführt. So konnte der Spieler das erste Mal aktiv Blocken. Dazu konnten Gegner gelähmt werden. Mit Hilfe von starken Kombos, den sogenannten Extra Skills teilt man mächtig aus.

 

Zudem kämpft Adol hier nicht alleine, sondern hat gleich zwei Begleiter im Kampf. Auf Reisen geht er wieder mit seinem Freund Dogi, der wie er nicht vor einem Abenteuer scheut, diesmal sogar gegen Drachen.

 

 

Fantastische Soundtracks

 

Das Ys eine der besten Actionrollenspiel-Serien ist, liegt auch an den fantastischen Melodien, die einem auf dem Abenteuer begleiten. Hier war Falcom in den Anfängen bereits Vorreiter. Schon damals verwendeten die Komponisten Yuzo Koshiro und Mieko Ishikawa Melodien mit vielen Klängen. Eine Sprachausgabe bekam Ys bereits im Jahr 1989 als YS I & II als verbesserte Version auf einer CD-Rom erschien. Im selben Jahr erschien Tengai Makyo: Ziria, das erste JRPG überhaupt, welches eine Sprachausgabe hatte. Bei Final Fantasy war es erst im Jahr 2001 soweit.

 

Tatsächlich ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass ihr bereits über einen Track von Falcom gestoßen seid. In vielen Playlists im Internet tauchen immer wieder Titel aus Ys, The Legend of Heroes oder Zwei!! auf. Deshalb möchte ich euch einen kleinen Vorgeschmack geben, warum die Musik von Falcom so passend ist.

 

Legacy of Ys: Books I & II - Feena

 

Ys VI: The Ark of Napishtim OST - Ernst

 

Ys I Complete (SC-88 MIDI) - Roda

 

Mittlerweile wird die Musik von Falcom Sound Team jdk komponiert. Dabei werden immer wieder klassische Klänge mit moderner Rockmusik kombiniert. In meinen Augen verfügt Ys VIII sogar einen der besten Soundtracks überhaupt. Wer möchte, findet alle Lieder bereits auf dem Youtube auf dem Falcom. Music Channel.

 

 

Der Einstieg in die Serie

 

Für viele Spieler auf Nintendo Konsolen wird YS VIII vermutlich der erste Teil der Serie sein. Dass man erst mit dem neusten Ableger einsteigt, ist dabei aber nicht so tragisch. Sieht man mal von Ys II ab, wurde meistens in jedem Abenteuer eine eigene Geschichte erzählt. Die Gemeinsamkeit ist meistens lediglich, dass die Geschichte von Adol Christin erzählt.

 

Zwar ist es möglich viele der Titel nachzuholen, da sie einen westlichen Release erhalten haben, aber dafür braucht man mehrere Konsolen. Auf Steam sind aber auch einige Titel mittlerweile zu erhalten. Doch da Nihon Falcom trotz des Alters des Unternehmens eher ein kleiner Entwickler ist, ist dies meistens anderen Firmen zu verdanken. Auf der Switch erscheint das Spiel zum Beispiel dank Nippon Ichi Software und wird von NIS America bei uns gepublished. Trotzdem steckt in der Serie jede Menge Herzblut.

 

 

Schaut man sich das Grundgerüst der Teile an, hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert. Noch immer geht der Spieler mit Adol Christin auf Abenteuer Reise. Tatsächlich ist es auch nicht das erste Mal, dass Adol auf einer einsamen Insel strandet und von dieser entkommen muss. Also schaut besser beim nächsten Mal nach, ob der gute Adol auf der Liste der Passagiere steht. Doch der rote Schwertkämpfer ist durch seine zahlreichen Abenteuer gewappnet für all die Probleme, die auf ihn zu kommen.

 

Die Auflistung der Teile hat gezeigt, dass es Nihon Falcom geschafft es, mit der Zeit zu gehen. Immer wieder wurden neue, frische Elemente ins Spiel integriert. Auch im achten Teil gibt es daher wieder ein paar Neuerungen. Ihr betretet nicht nur zahlreiche Verliese, sondern erkundet eine riesige Insel, auf der gefühlt hinter jeder Ecke eine neue Überraschung wartet. Außerdem kann man den Charakter jeder Zeit wechseln, mit dem man spielt. Aber das Wichtigste dabei ist, dass Falcom ziemlich erfolgreich auf die Wünsche ihrer Fans eingeht und mittlerweile sogar an den Westen denkt.

 

 

Ys VIII und dann?

 

Mit YS VIII erscheint nach langer Zeit mal wieder ein Rollenspiel aus dem Hause Nihon Falcom für eine Nintendo Konsole, weil Nintendo den Firmenchef von Nippon Ichi Software mit der tragbaren Konsole überzeugt hat. Schade ist natürlich, dass es sich hierbei um ein Spiel handelt, welches bereits 2016 in Japan und im September 2017 für PS4 und Vita auch im Westen erschienen ist. Eine Steam-Version wird es demnächst ebenfalls geben. Und doch ist die Ankündigung gerade für Rollenspiel Fans mehr als ein Grund zur Freude.

 

Denn bei einem Erfolg ist es nicht auszuschließen, dass auch weitere Spiele aus dem Hause Nihon Falcom auf der Switch erscheinen werden. Unter anderem wäre eine Umsetzung von The Legend of Heroes denkbar. Aber natürlich ist das im Moment nur die Hoffnung eines Fans, der das Team rund um Toshihiro Kondo zu schätzen weiß. Doch Fans wissen, dass die Switch mit Ys VIII um eines der besten JRPGs der letzten Jahre bereichert wird. Ich kann euch nur empfehlen den Titel anzuschauen.


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